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Glossar

Kurze Erklärungen zu Begriffen aus Fugenabdichtung, Luftdichtheit, Abdichtungssystemen, baulichem Brandschutz und technischen Isolationen.

Silikon / Hybridfugen

Elastische Anschlussfugen im Innen- und Aussenbereich. Silikon ist typisch für Nasszonen, Hybrid-Dichtstoffe werden je nach Detail als robuste Anschlussfuge eingesetzt. Mehr dazu: Silikon / Hybridfugen.

Wasserabweisfolien

Aussenliegende Anschlussbahnen und Dichtbänder, die Schlagregen und Wind abhalten und bauphysikalisch korrekt in den Fassadenaufbau eingebunden werden. Details und Anwendung: Wasserabweisfolien.

Dampfbremsen

Dampfbremsen sind Teil der luftdichten Ebene und helfen, Feuchteeintrag in Konstruktionen zu kontrollieren. In Kombination mit Winddichtungen reduzieren sie Leckagen und schützen die Dämmung. Umsetzung und Anschlüsse: Dampfbremsen.

Flüssigkunststoff

Reaktive Abdichtungssysteme, die im Verbund eine nahtlose, rissüberbrückende Abdichtung bilden. Besonders geeignet für komplexe Details, Durchdringungen und Anschlüsse. Systemaufbau: Flüssigkunststoff.

Fugensanierung

Erneuerung gealterter oder beschädigter Wartungsfugen: Rückbau, Reinigung der Flanken, Hinterfüllung und Neuverfugung mit dem passenden Dichtstoff. Ablauf und Schadensbilder: Fugensanierung.

Bauabdichtung

Abdichtung von Bauteilen und Übergängen (z. B. Sockelzonen, Anschlüsse, Detailpunkte) nach Lastfall und System. Entscheidend sind Untergrund, Detailausbildung und Materialkombination. Leistung im Detail: Bauabdichtung.

Brandschutzfugen

Fugenabschlüsse mit definiertem Feuerwiderstand (z. B. EI 30, EI 60, EI 90) zur Sicherung von Brandabschnitten. Ausführung erfolgt mit zugelassenen Systemen und Dokumentation. Systeme und Nachweise: Brandschutzfugen.

Brandabschottung

Abschottung von Kabel- und Rohrdurchführungen durch Wände/Decken, damit Brand- und Rauchübertragung verhindert wird. Dazu gehören Kabelschotts, Rohrabschottungen und Kombischotts. Ausführung: Brandabschottung.

Isolationen

Technische Dämmungen (Wärme/Kälte), Ausflockungen in Schächten sowie ergänzende brandschutztechnische Lösungen im Technikbereich. Ziel sind Effizienz, Kondensatvermeidung, Akustik und Schutz. Überblick: Isolationen.

Anschlussfuge

Fuge an Übergängen zwischen Bauteilen oder Materialien (z. B. Wand zu Boden, Fensterrahmen zu Putz, Metall zu Beton). Entscheidend sind passende Dimensionierung, saubere Flanken und ein System, das Bewegung und Witterung im Detail berücksichtigt.

Bewegungsfuge / Dehnfuge

Geplante Fuge, die Bewegungen aus Temperatur, Setzung oder Lasten aufnehmen soll. Sie wird konstruktiv vorgesehen und mit geeigneten Systemen (z. B. Dichtstoffen, Profilen, Bändern) ausgeführt, damit keine Risse oder Undichtigkeiten entstehen.

Wartungsfuge

Elastische Fuge mit begrenzter Lebensdauer, die regelmässig kontrolliert und bei Bedarf erneuert wird. Typische Beispiele sind Sanitärfugen in Nasszonen oder Anschlussfugen an stark belasteten Details.

Hinterfüllung / Hinterfüllschnur

Einlage (meist PE-Rundschnur) in der Fuge, die die Fugentiefe definiert und dafür sorgt, dass der Dichtstoff nur an zwei Flanken haftet. Das reduziert Spannungen und verbessert die Funktion der Fuge langfristig.

Primer (Haftvermittler)

Grundierung zur Haftverbesserung zwischen Untergrund und Dichtstoff/Bahn/System. Ob ein Primer nötig ist, hängt von Material, Untergrundbeschaffenheit und Systemvorgaben ab; eine Probefläche bzw. Herstellerfreigabe ist oft sinnvoll.

Dreiflankenhaftung

Unerwünschte Haftung des Dichtstoffs an drei Seiten (zwei Flanken plus Fugenhintergrund). Das führt häufig zu Rissen oder Ablösungen. Verhindert wird dies durch korrekt dimensionierte Hinterfüllung bzw. Trennlage.

Schlagregen

Regen, der durch Winddruck gegen Fassaden und Anschlüsse gedrückt wird. Kritisch sind Fensteranschlüsse, Übergänge und Durchdringungen; eine fachgerechte äussere Abdichtung und Detailausbildung hilft, Feuchteeintrag zu vermeiden.

Luftdichtheit

Luftdichte Anschlüsse verhindern unkontrollierte Luftströmungen durch die Gebäudehülle. Das reduziert Wärmeverluste, Zugluft, Feuchteschäden (Konvektion) und verbessert den Komfort. Entscheidend sind durchgängige Ebenen und saubere Detailanschlüsse.

Blower-Door-Test

Messverfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes. Mit Unter- bzw. Überdruck werden Leckagen sichtbar gemacht (z. B. an Anschlüssen, Durchdringungen, Fensterdetails) und können gezielt nachgebessert werden.

sd-Wert

Mass für den Diffusionswiderstand (Dampfdiffusion) eines Materials, angegeben als äquivalente Luftschichtdicke in Metern. Er hilft bei der Beurteilung, wie stark Wasserdampf durch Bauteilschichten diffundieren kann.

Taupunkt

Temperatur, bei der Luftfeuchtigkeit zu Kondensat wird. In Konstruktionen oder an kalten Leitungen kann Tauwasser entstehen, wenn Oberflächentemperaturen unter den Taupunkt fallen. Luftdichtheit und passende Dämmung helfen, Schäden zu vermeiden.

Kondensat

Wasser, das sich durch Abkühlung feuchter Luft an kalten Oberflächen bildet. Bei technischen Anlagen (z. B. Kaltwasserleitungen, Lüftung) ist Kondensat ein Hauptgrund für Kältedämmungen und diffusionsdichte Ummantelungen.

Kältedämmung

Dämmung von kalten Leitungen, Kanälen und Anlagen, um Kondensat, Korrosion und Energieverluste zu verhindern. Wichtig sind eine diffusionsdichte Ausführung, saubere Stösse und passende Abschlüsse an Armaturen und Durchdringungen.

Wärmedämmung

Dämmung zur Reduktion von Wärmeverlusten (z. B. Heizungsleitungen, Warmwasser, Verteiler). Neben Effizienz ist auch der Personenschutz (Oberflächentemperaturen) ein Thema, ebenso eine robuste Ummantelung in Technikräumen.

Leitungsdämmung

Sammelbegriff für Dämmarbeiten an Rohrleitungen (Warmwasser, Kaltwasser, Heizung, Sprinkler je nach Konzept). Entscheidend sind Dämmstärke, Stossverklebung, Dampfsperre bei Kälte sowie fachgerechte Detailausbildung an Bögen und Armaturen.

Lüftungsdämmung

Dämmung von Lüftungskanälen zur Reduktion von Wärmeverlusten, Kondensat und Geräuschen. Je nach Anlage kommen Wärme-, Kälte- und Akustikdämmungen zum Einsatz, oft mit schützender Verkleidung.

Ausflockungen

Einblasdämmung bzw. Füllung schwer zugänglicher Hohlräume und Schächte (z. B. in Technikzonen). Sie kann akustische und wärmetechnische Schwachstellen verbessern und je nach System auch brandschutztechnische Ziele unterstützen.

Brandabschnitt

Teil eines Gebäudes, der im Brandfall eine definierte Zeit vor Feuer- und Rauchübertragung geschützt sein soll. Brandabschnitte werden durch Bauteile, Fugenlösungen und Abschottungen gesichert; Durchdringungen sind besonders kritisch.

EI-Klassierung

Klassierung des Feuerwiderstands: E steht für Raumabschluss (Flammen/Heissgase), I für Wärmedämmung. Angaben wie EI 30, EI 60 oder EI 90 bezeichnen die Dauer in Minuten, die ein Bauteil/System die Kriterien erfüllt.

Kombischott

Brandschutzabschottung, die mehrere Medien in einer Öffnung abdeckt (z. B. Kabel und Rohre gemeinsam). Entscheidend sind zugelassene Systemkomponenten, korrekte Belegung, Restquerschnitte und die passende Dokumentation.

Kennzeichnung / Dokumentation

Nachweise zu Materialien, Systemen und Ausführung (z. B. Fotos, Pläne, Systemblätter, Labels) sind besonders im Brandschutz zentral. Eine saubere Kennzeichnung erleichtert Abnahme, Revisionen und spätere Umbauten.